Oneness und Kommunikation
Oneness und Gewaltfreie Kommunikation
vorgestellt von Michaela Albrecht
Viel Verstand, wenig Gefühl - Wie wir normalerweise sprechen
Dass wir eigentlich alle miteinander verbunden sind, wissen wir. Theoretisch.
Diese Einheit auch in der Kommunikation zu erfahren, ist oft schwierig. Was wir nämlich oft tun, ist folgendes:
Wir analysieren und bewerten („Ich habe das Gefühl, du willst immer im Mittelpunkt stehen“). Wir fühlen uns angegriffen („Was kann ich dafür, wenn du nichts sagst!“). Wir rechtfertigen uns. Wir diskutieren, analysieren, erklären. Wir geben Ratschläge. Wir belehren den Anderen. Wenn der Andere etwas erzählt, antworten wir mit einer eigenen Geschichte.
Wir nicken brav, auch wenn uns das Erzählte nicht interessiert. Wir sind höflich - und hoffen, der Andere merkt, dass wir uns langweilen. Wenn er es nicht merkt, bewerten wir ihn und setzen ihn ins Unrecht. Wir geben dem Anderen die Verantwortung für den Verlauf des Gesprächs.
Solche Verhaltensweisen sind eine Quelle der Trennung. Denn man redet aneinander vorbei - und hat keine Verbindung. Wir treiben wie ein herrenloses Boot auf dem Meer der Worte.
Man kann einfühlsam miteinander sprechen
Nachdem ich seit Frühjahr 2006 Deeksha bekomme und viel über die Oneness Bewegung gelesen habe, möchte ich eine Kommunikationsmethode mit euch teilen, die auf dem Weg in die Einheit viel Unterstützung und Klarheit gibt. Ich beschäftige mich mit dieser Methode seit 2002, habe unzählige Seminare und Übungsgruppen besucht und veranstalte selbst welche.
Ich stelle sie euch deshalb vor, weil ich immer wieder verblüfft und tief berührt bin, wie sehr die Oneness Bewegung und diese Methode einander ergänzen. Und weil ich ein starkes Bedürfnis habe, wirksam zur Transformation des globalen Bewusstseins beizutragen.
Ich spreche von der Gewaltfreien Kommunikation (abgekürzt: GFK) nach Dr. Marshall B. Rosenberg.
Wer ist Dr. Marshall B. Rosenberg?
Rosenberg (*1934) ist Schüler von Carl Rogers und Kollege von Thomas Gordon („Familienkonferenz“). Er hat zunächst als klinischer Psychologe und später als Therapeut gearbeitet. In den 60ern gab er seine Arbeit auf und entwickelte die GFK, um die Denk- und Machtstrukturen auf diesem Planeten zu transformieren. Er gründete das internationale „Center for Nonviolant Communication“ (CNVC) und gibt die Methode als Mediator und Trainer weltweit weiter, u.a in Krisengebieten wie Ruanda, Balkan, Burundi, Sierra Leone, Naher Osten etc.
Rosenberg möchte einen sozialen Wandel herbeiführen: Inspiriert von Mahatma Ghandi arbeitet er daran, mit gewaltlosen Mitteln eine friedlichere Welt zu schaffen. Eine Welt, in der die Bedürfnisse aller Menschen und der Erde berücksichtigt werden. Mittlerweile gibt es weltweit über 250 Trainer und unzählige Projekte (Schulen, Justiz, Elternprogramme, Gesundheitsinstitutionen, Unternehmen etc.).
Welchen Nutzen hat man von GFK?
GFK beginnt als Kommunikationsmethode, führt aber zu einem anderen Weltbild:
Man wächst hinein in die Haltung der Selbstverantwortung, des Mitgefühls - und des Einsseins. Wie in der Oneness Bewegung wird auch in der GFK davon ausgegangen, dass man Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse HAT und nicht IST.
GFK will uns in die Lage versetzen, in tiefen Kontakt mit uns selbst zu kommen, authentisch zu leben, anderen Menschen wertfrei zu begegnen, befriedigende Beziehungen zu haben, Feindbilder abzubauen, Konflikte zu lösen.
Meine eigenen Erfahrungen mit GFK sind vielfältig und tiefgehend. Ich versuche, einige zu beschreiben:
A. Mit dem Training lernt man im Umgang mit sich selbst:
1. zu beobachten: Gedanken von Gefühlen zu unterscheiden. Interpretationen von Beobachtungen zu trennen. Verhaltensweisen nicht mit Bedürfnissen zu verwechseln.
So entsteht tiefer Kontakt zu sich selbst.
2. gnädiger zu sich selbst zu sein. Sich nicht mehr abzuwerten. Sich zu vergeben.
3. Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen und sich abzugrenzen – ohne den Anderen ins Unrecht zu setzen.
B. Im Umgang mit Anderen lernt man:
1. zuzuhören! Und zwar ohne gleich zu überlegen, was man kontert. Sich wirklich in die Lage des Anderen zu versetzen. Das hat z.B. Sri Bhagavan Anandagiri gegenüber getan, als dieser ihm von der Hässlichkeit seines Egos berichtete. Sri Bhagavan war einfach vollständig präsent. Das kann man lernen – dazu braucht man also kein Avatar zu sein.
2. aus „Angriffen“ die Gefühle und Bedürfnisse herauszuhören. Und weil man nicht darauf schaut, wer schuld ist, braucht man sich nicht zu rechtfertigen. Dadurch belehrt und analysiert man weniger. Und hat mehr Verbindung.
Was macht man in GFK?
Man trennt Beobachtungen von Interpretationen und Bewertungen. Man stellt Kontakt zu den Gefühlen und Bedürfnissen her: Wie geht es mir gerade, was brauche ich jetzt? Was will ich vom Anderen? Was will der Andere von mir? Welche Motivation habe ich, jetzt über dies oder jenes zu sprechen?
Wir tauchen in die Welt des Anderen ein. Welches Bedürfnis ist beim Anderen im Mangel, wenn er z.B. sagt, dass ich so unzuverlässig sei?
Und wie funktioniert die Struktur?
In der GFK gibt es vier Schritte, und diese bilden die grobe Struktur:
1) Ich denke, erlebe etwas. Das löst 2) ein Gefühl aus. Dieses Gefühl weist 3) auf ein Bedürfnis hin: was brauche ich gerade? Bedürfnisse bilden in der GFK das Herzstück, denn sie sind für alle Menschen gleich (z.B. Sicherheit, Zugehörigkeit, Liebe, Sinnhaftigkeit etc.). Wenn wir uns im Gespräch auf die Bedürfnisse beziehen, können wir leicht Verbindung herstellen. Wenn wir wissen, was wir brauchen, können wir 4) selbst etwas tun, um das Bedürfnis zu erfüllen, oder wir können einen Anderen bitten.
Wenn man diese vier Schritte anwendet, ist es möglich, mit sich selbst und Anderen einfühlsam und nicht wertend umzugehen. Die Tiefe und Schönheit erschließt sich nicht aus den Worten, sondern aus dem Sein dahinter. Und welche Wunder möglich werden, wenn man die Methode verinnerlicht, erlebe ich seit 2002 immer wieder.
Michaela Albrecht
E-Mail-Kontakt: Mail
Website: www.michaela-albrecht.de
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